Schwimmen = Gleiten, kraftvolle Züge, Geduld und viele Kilometer

Letzte Woche hatte ich die Chance, intensiv mit meinem Coach Gilbert zu arbeiten. Und es hat endlich Klick gemacht. Weil ich glaube, dass viele Triathleten ähnliche “Baustellen” haben, schreibe ich heute diesen Beitrag.

Lange Zeit war ich der Auffassung, dass schnelles Schwimmen nur möglich ist, wenn ich Armzug an Armzug reihe. Und das hat dazu geführt, dass ich oft zu schnell den Zug ausführte und deshalb weder den Catch (fassen des Wassers vorne mit der Hand) noch den eigentlichen Armzug sauber und kraftvoll hinbekam. Das sah zwar immer gut und einigermassen schnell aus, aber steigern konnte ich mich kaum. Erstmals entdeckt hatte das mein früherer Schwimmcoach Micky.

Da ich meinen Arm nun weniger schnell von hinten nach vorne nehme, gönne ich mir mit dem anderen Arm vorne eine kleine Pause und gleite erstmals. Im Wasser fühlt sich das an, als ob man langsam wäre und irgendwie unrhythmisch ist es auch. Beides trifft aber gar nicht zu und sieht vor allem von aussen ganz anders aus, als wir es empfinden. Durch das Warten kann ich den Zug leicht länger machen und habe Zeit, die Luftblasen unter der Hand verschwinden zu lassen. Dadurch kann ich richtig gut Wasser greifen (Catch), den Ellbogen anwinkeln und einen richtig kraftvollen Zug durchführen. Was jetzt entsteht ist echter Druck unter Wasser. Ein wenig so, als würde man mit dem Arm ein Hindernis fassen und den Körper darüber ziehen und dann stossen.

Was es bringt? Meine 25m Längen dauern bei 13 Zügen 20 Sekunden (mit Pullbuoy und ohne Beinschlag). Und zwar dann, wenn ich vorher pausiere und mich konzentriere. Schwimmer, die auf der Bahn nebenan Kilometer um Kilometer knallen sind nicht schneller – Ausnahmen gibts 😉 – und brauchen meist einen Drittel mehr Züge. Viele der Schwimmer, die ich gesehen habe, bewegen sich irgendwo zwischen 18 und 22 Zügen.

Ebenfalls besser wurde dadurch meine Atmung. Da der Zug nun später erfolgt und ich meinen Kopf früher drehe, habe ich mehr Zeit fürs Einatmen. So entsteht mehr Ruhe. Eine Ruhe, die man vermeintlich als “zu langsam” empfindet.

Nun muss ich dieses Gleiten ausbauen, meine Atmung weiter optimieren und dann den Umfang und die Intensität ausbauen. Sprich: das High behalten und konsequent weiter ausbauen. Bis Rappi sind es noch 16 Wochen, bis Kalmar 24 Wochen und damit knappe 200 Schwimmkilometer, wenn ich die Trainings vom Coach konsequent umsetze. Schwimmen ist und bleibt eine Fleiss- und nicht eine Schweissdisziplin. Und eine Kraftsache. Ich spüre Muskeln an Unterarm, Oberarm und Rücken, die ich bisher kaum aktiviert hatte im Wasser.

Mal sehen, ob meine Wunschzeiten Wirklichkeit werden. Und hoffentlich siehts bis dann etwa so aus:

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patrickutz

don't fear your inner weak. face it.

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