Auf und ab bis zum Wahnsinn

Wahnsinnig, heute das letzte lange Training. Ich weiss nicht, ob es an dem lag was ich eingeworfen oder an dem, was mein Körper ausgeschüttet hatte. So ganz leicht am Rande des Wahnsinns war es auf jeden Fall. Der Reihe nach.

Gestern war noch Besuch da und es wurde ein wenig später. Das Aufstehen wurde nach einer happigen Arbeitswoche schwierig. Und so verzögerte sich meine ganze Planung bis 8.30 Uhr. Somit war klar, dass ich die ganzen 4 Stunden wohl nicht umsetzen könnte, denn heute wollte ich den Koppellauf auf dem “Original-Aufstieg der PM Strecke” auf dem Laufband laufen und danach sollte es mit der Familie in die Badi gehen. Ich entschied mich also, die Intensität leicht zu erhöhen, dafür die Dauer etwas zu reduzieren. Das Training sollte zwischen “moderat” und “an der Schwelle” stattfinden und der Schwerpunkt sollte auf der Kraft liegen. Und ganz wichtig, ich wollte ein gutes Gefühl für die kommenden 2 Wochen. Oder sagen wir, viele gute Bilder von Steigungen und Anstiegen, die ich dann im Rennen abrufen kann.

Was liegt also näher, als an den Hausbergen auf einer mit Zofingen vergleichbaren Strecke zu turnen? Was fehlte waren die langen Abfahrten. Aber die Steigungen hier sind sehr ähnlich. Das beiliegende Bild ist nicht meine Pulskurve sondern das Höhenprofil. Insgesamt waren es heute 80km, 1300 Höhenmeter, 140er Puls im Schnitt und eine 68er Kadenz.

Also, zum Auftakt nach Sihlbrugg und dann über die leichte Steigung nach Ebertswil und über die Südewestseite auf die Buchenegg. Unten angelangt gleich wieder hoch von der anderen Seite und wieder runter, dann den Albis hoch und von dort via Sihlbrugg und über Hirzel runter an den See. Nach diesen Steigungen stand Speed bei tiefer Kadenz an und ja, die Beinchen habe ich nach dem ständigen auf und ab bestens gespürt. Und jetzt kommts. Noch nie war ich bei so tiefem Puls und einem derart starken Gefühl so schnell dem See entlang unterwegs. Mit einem satten 40er+ Schnitt und einer tiefen Kadenz, zog ich von Horgen nach Zürich – unter der Schwelle. Das ist für meinen Motor eine echt tolle Leistung. Quasi als Belohnung und habe ich dann auch noch das frisierte Töffli auf der Höhe Kilchberg gepackt. Dann gings via Wollishofen hoch nach Adliswil und weiter nach Langnau und auch hier auf dem langen Anstieg (Anfahrt zum Albis) bin ich mit deutlich schneller mit einer tieferen Kadenz gefahren. Ganz bewusst habe ich hier noch an der Sitzposition und dem runden Tritt gearbeitet. Zuhause kamen dann noch gute 20 Minuten Zofingen-Powermanstrecke hinzu. Das heisst die ersten zwei Kilometer anfangs mit 5% Steigung und danach rauf auf 8.5%.

Was heute passiert ist war wirklich toll und für mich ganz wichtig. Ich habe Steigung um Steigung gefressen und weiss, dass diese mich nicht aufhalten können. Ich kann auf den langen Abfahrten Speed machen ohne viel Kraft zu verlieren und auf den Geraden passt es inzwischen auch gut. Ich denke, der Umfang wirds letztendlich entscheiden. Packen kann ich das Ding auf jeden Fall. Und die Bilder mit all diesen Erfolgserlebnissen sind gespeichert.

Zweite wichtige Erfahrung ist: In Zukunft werde ich in längeren Trainings konsequenter auf die Ernährung achten. Sprich, nach einem bestimmten Rhythmus trinken und die Gels mitnehmen UND essen. Ich weiss nicht, was der Remo in die Winforce Beutelchen abfüllt aber ich bin ganz fest davon überzogen, dass die spürbar bessere Leistungsfähigkeit von heute auch ganz fest damit zu tun hatte, dass ich mich wieder konsequent ernährt habe.

Und vielleicht passt es ja dann in Zofingen und der Wahnsinn bricht tatsächlich komplett aus. Denn, wenn mir einer anfangs Jahr gesagt hätte, dass ich so eine Tour mit einem 140er Puls bewältige hätte ich ihn mit Glupschaugen gemustert. Und hätte er vom Powerman gesprochen, dann hätte ich ihn für wahnsinnig erklärt. Aber wie gesagt, sparen wir uns den Wahnsinn für Zofingen auf.

P.S. Heute hat mich NIEMAND überholt. Variante 1: die Schnellen waren noch allem am schlafen oder Variante 2: ich war wirklich schnell. Variante 2 finde ich persönlich deutlich besser. 😉

Wie sieht es mir Dir aus? Macht sich der Wahnsinn auch schon langsam breit?

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patrickutz

don't fear your inner weak. face it.

2 thoughts on “Auf und ab bis zum Wahnsinn”

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