Mit meinem ISCH über die Sattelegg

Kennt Ihr Euren ISCH? Euren Inneren Schweinehund? Eine eindrückliche Gestalt mit vielen lustigen Ideen im Kopf. Er hat immer eine gute Idee parat, wie man die Dinge noch etwas lockerer angehen könnte. Und manchmal hat er auch gute Argumente dafür, die Sache gar nicht erst anzupacken.

Heute früh stand ich um 5.45 Uhr auf. Das ist eine Zeit, zu der ISCH am liebsten unter der kuscheligen Decke liegt, wo er die Augen schliesst und sich lässig, auf dem Rücken liegend, alle Viere von sich streckend entspannt. Denn schliesslich darf er das unter der Woche eigentlich nie. Also warum nicht das Wochenende genissen.

Geplant ist geplant und es ging los. Auf der Strecke nach Siebnen war er dann wach und freute sich über das angenehme Tempo im GA1. Denn auf dem Trainingsplan von Gilbert stand heute 4 Stunden easy. Die 4 Stunden habe ich ISCH zwar vorenthalten. Er war zufrieden und döste.

Erstmals richtig unruhig wurde mein Freund dann nach Siebnen. Wir waren doch schon etwas länger unterwegs und jetzt diese Steigung. Zudem blies ein ziemlich kühler Wind das Wägital abwärts. Sein erster Vorschlag war: anhalten und in Ruhe die Windjacke anziehen. Aber die Sonne lockte und ISCH wollte sie auch sehen. Oben angekommen dann wie erwartet der erste Vorschlag für eine Rast an der Sonne. Viele schöne Plätze lockten. Nichts dergleichen sagte ich und stieg rechts in die Steigung ein – die ich ehrlich gesagt so happig nicht erwartet hätte.  Immer wieder diskutieretn wir darüber, dass es ja niemand sehen würde, wenn wir da jetzt mal halt machen und was trinken oder ein tolles Photo machen von der Gegend oder ganz einfach anhalten um mal durchzuatmen.  Aber so richtig scharf und bissig wurde ISCH, als sich oben auf der ersten Lichtung eine fantastische Aussicht bot und die Sonne angenehm schien. In der irrigen Annahme, dass wir das Ding schon bald hinter uns hätten, schlug ich ISCH vor, dass wir die wenigen Meter bis oben jetzt noch durchziehen und dann einen Rast machen. Er knurrte. Ich bereute dann aber meinen Vorschlag, als ein Schild mit dem Hinweis kam, dass man die nächsten 2.1km nicht der Strasse entlang parken dürfe … Ihr ahnt es. Nein, diese doofe Passhöhe kommt nicht schon in wenigen Metern und man hat auch nicht den Eindruck, dass man da tatsächlich den tiefsten Punkt im Sattel überquert. Mit grösster Wahrscheinlichkeit sind es gar 2km! Und nach jeder Kehre wieder dasselbe. Genau so war es.

Mein Tierchen war zum Schluss so sauer, dass wir noch nicht mal angehalten haben. Beleidigt zeigte mir ISCH den kalten Rücken. Und wir wechselten auf der ganzen Strecke von der Sattelegg über Einsiedeln, Biberbrugg, Schindellegi, Samstagern, Schönenberg, Hirzel, Horgenerberg bis nach Langnau kein einziges Wort. Nach rund 3 1/2 Stunden war ich zu Hause und schockte mein Tierchen noch mit einem kurzen extra scharfen Koppellauf. ISCH war wach und wie. Und er fluchte war stinksauer.

Erst vor einer halben Stunde sagte er noch zu mir: Du bist so ein Idiot. Keiner hätte das da oben gesehen oder gemerkt. Die ganze Aussicht, die Sonne … Du solltest das Training etwas lockerer angehen und auch die schönen Seiten geniessen.

Wo er recht hat, hat er recht. Aber in Zofingen kann ich leider auch kein Picknick machen unterwegs. Und sowieso, vermutlich lasse ich meinen Freund dann eh zu Hause. Der regt sich ehr nur auf bei solchen Veranstaltungen. Abgesehen davon, war es gar nicht so schlimm. Durchschnittspuls lag bei 138 und es waren knapp 90 Kilometer.

Übrigens, hier noch das Profil von der Sattelegg. Die Steigungen an sich sind eigentlich nicht so schlimm. Aber  die Anzahl und die Länge der Steigungen setzt einem zu.

P.S. Die verrückteste Idee von ISCH war, die Scherben am Strassenrand zu überfahren. So hätten wir eine geschenkte Verschnaufpause von mindestens 5 bis 10 Minuten gehabt.

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patrickutz

don't fear your inner weak. face it.

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